
Im 19. Jahrhundert kurte die Hautevolee im urwüchsigen Südtiroler Ultental
Von Medikamenten hat der Herr Doktor nicht viel gehalten. Selbst eine vitale Erscheinung mit kräftiger Statur und buschigem weißen Vollbart, schickte er seine Patienten einfach an die frische Luft.Diätische, atmosphärische und hydratische Kuren nannte man das seinerzeit. Für die leidende Kundschaft hieß das Wassertreten nach Art des Pfarrers Kneipp, morgendliche Duschen unterm Wasserfall, Spaziergänge im nahen Fichtenwald. Später ruhte die Herrschaft in aufgespannten Netzen unter schattenspendenden Bäumen. So simpel die Rezeptur erscheinen mag, so offensichtlich war ihre Wirkung. Oder wie soll man es sich sonst erklären, daß die Leute so zahlreich in das abgelegene Sanatorium strebten, manche von ihnen gar im Freien übernachteten, wenn es an Logis mangelte? Vor rund neunzig Jahren galt es als schick, in der Villa Hartungen im urwüchsigen Ultental in Südtirol zu kuren. Doktor Christoph Hartung von Hartungen war das, was man einen Prominentenarzt nennt. Heute würde er gut in die Zeit passen mit seinem naturkundlichen Heilverfahren, der feudal-altmodischen Villa in den Bergen und einer Reputation, die in den besten Kreisen etwas galt. Prominente Gäste bewohnten nicht nur die zirbelgetäfelten Zimmer in der ganz aus Holz errichteten Jugendstilvilla, sie durften sich auch des ganz persönlichen Kontakts mit dem Herrn Doktor erfreuen. Man plauderte auf der Terrasse, parlierte beim Spaziergang durch den schattigen Bergwald. Schön war’s, fein und elegant, ein wenig elitär und recht gesund. Thomas und Heinrich Mann genossen die Abgeschiedenheit im Hochgebirge zwischen Meran und Ortler ebenso wie ihre Schwester Carla. Franz Kafka und der Maler Franz von Defregger bereicherten die Gästeliste wie auch Christian Morgenstern und Rudolf Steiner. Die Hautevolee im Hochgebirge, in einem der entlegensten Winkel Südtirols, in einem Tal, das man bis zum Anfang dieses Jahrhunderts nur mühsam mit Pferden und Ochsenkarren erreichen konnte. Erst im Jahr 1927 fuhr der erste Postbus.
Posto solitario è la Val d’Ultimo, solitario eppure d’élite. All’epoca dello Jugendstil, Thomas e Heinrich Mann si trovano nella villa von Hartungen, proprietà dell’omonimo medico, per rigenerarsi grazie alle cure cui si sottopongono. Franz Kafka si gode la solitudine del luogo situato tra Merano e Ortles, che ospita anche Christian Morgenstern e Rudolf Steiner. L’alta società in alta montagna: uno sviluppo le cui fondamenta, possiamo affermare a posteriori, erano state gettate almeno cinquanta anni prima. Otto von Bismarck ha appena compiuto 25 anni quando arriva per la prima volta a Bagni di Mezzo in Val d’Ultimo, dove ad allietarlo non sono soltanto i bagni contenenti arsenico, ferro e fosforo, ma anche la bella Giuseppina, figlia di un certo Joseph Holzner che, gestore del bagno di mezzo e osteggiatore di un amore tedesco-altoatesino a lunga durata, da pio cattolico, rifiuta al futuro cancelliere del Reich la mano della figlia, trattandosi dopotutto di un protestante. Anche se la decisione è chiara come le acque della Val d’Ultimo, nonostante la volontà del padre e il fatto che Giuseppina e Otto sposeranno altre persone, i due rimarranno chiaramente legati per tutta la vita, fatto che spiegherebbe i viaggi dell’altoatesina a Berlino, effettuati sempre in corrispondenza dei pochi momenti liberi presenti nell’agenda di Bismarck, altrimenti pienissima. Giuseppina muore giovane all’età di 38 anni a Salisburgo: la fresca terra che la ospita ogni giorno viene adornata da una corona di rose rosse e dalla fascia con la dedica: “Alla mia mai dimenticata Giuseppina. O.v.B.
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